Bericht über den Elternvortrag «Mobbing»

«Dein Leben wird nicht besser, wenn du das Leben anderer schlechter machst»

Mobbing ist an Schweizer Schulen ein grosses Thema. Dies zeigt die jüngst veröffentlichte Pisa-Studie aus dem Jahr 2018. Verglichen mit anderen Ländern fühlen sich Kinder und Jugendliche in der Schweiz häufiger ausgegrenzt, bedroht, gehänselt, beleidigt, schikaniert, blossgestellt oder auch körperlich angegriffen. Tendenz steigend. In der Elternveranstaltung vom 30. Januar 2020 ermutigte Christian Bochsler (rechts im Bild), praktizierender Primarlehrer, Coach und Mediator, die Zuhörerschaft daher, das Thema anzupacken. Seine Botschaft des Abends: «Man kann gegen alles etwas tun.»

Dabei betonte er, wie wichtig es sei, sofort hinzuschauen und zu reagieren, damit es gar nicht erst zu Mobbing oder Cybermobbing (= Mobbing im Internet) kommen könne. Denn insbesondere Cybermobbing verselbstständige sich sehr schnell – mit unvorhersehbaren Folgen und Schäden – und die Erwachsenen bekämen es oft erst spät mit.

Doch was kann der oder die Einzelne gegen Mobbing unternehmen? Bochsler unterscheidet zwischen Opfern, Helping Hands, Bystandern und Tätern. Den Opfern von Cybermobbing rät er, nicht auf Beleidigungen zu antworten und diese stattdessen als Screenshot zu archivieren und einer erwachsenen Person, der man ein überlegtes Vorgehen zutraut, zu zeigen. Eine anonyme Anlaufstelle bietet beispielsweise die Pro Juventute unter der Nummer 147 oder www.147.ch. Ein weiterer Vorschlag ist das Bilden einer Ignoriergruppe mit sogenannten «Helping Hands», Personen also, die bereit sind, das Opfer zu unterstützen und beispielsweise die Pause oder den Heimweg gemeinsam zu bewältigen.

Im Hinblick auf den Täter oder die Täterin gibt es eigentlich nur einen Weg: «Hör auf! Dein Leben wird nicht besser, wenn du das Leben anderer schlechter machst!» Dabei ist es von grosser Wichtigkeit, Verbindlichkeit und Kontrolle zu schaffen, Täter/innen also regelmässig (zu Beginn gar täglich) zum persönlichen Gespräch, z.B. bei der Lehrperson oder Schulleitung, zu bitten. Hat sich die Situation erst einmal verbessert, können die Pausen zwischen diesen Gesprächen verlängert werden.

Die Bystander schliesslich sind die Zuschauenden eines Mobbing-Vorfalls. Sie nehmen zwar nicht aktiv am Geschehen teil, signalisieren aber durch ihre Anwesenheit Interesse und unterstützen auf diese Weise das Mobbing. Auch die Bystander stehen in der Verantwortung. Sie liefern der mobbenden Person eine Bühne für das unangebrachte Verhalten. Ohne Publikum verliert das Mobbing schnell seinen Reiz. Der Rat an die Bystander ist daher eindeutig: «Schaut nicht zu, sondern sagt der mobbenden Person, dass ihr dieses Verhalten missbilligt!» Wenn nicht selber eingeschritten werden kann, soll eine erwachsene Person informiert werden. «Das Mindeste was alle tun können», betont Bochsler, «ist demonstrativ weggehen».

Vanessa Mohn, Elternrat Schule Blumenfeld, Arbeitsgruppe Elternwissen

Weitere Informationen und rechtliche Rahmenbedingungen

Einladung zur Elternveranstaltung: Mobbing

Als Mobbing bezeichnet man generell offene und/oder subtile psychische Gewalt über einen längeren Zeitraum und mit dem Ziel der sozialen Ausgrenzung. Dazu gehören alle direkten und indirekten böswilligen Handlungen, mit denen die Betroffenen schikaniert werden sollen: hänseln, drohen, abwerten, beschimpfen, herabsetzen, blossstellen, ausgrenzen, den Ruf schädigen und «Kaltstellen» durch das Vorenthalten von Informationen und Beschädigen von Eigentum. 

Das Schulhaus Blumenfeld und der Elternrat möchten Sie auf dieses Thema aufmerksam machen und laden zu einem spannenden Abend ein. 

Es wird auf folgende Fragen eingegangen: 

• Wie entsteht Mobbing?
• Wie verbreitet es sich weiter, wenn es nicht gestoppt wird (Eskalationsstufen)? 
• Wie erkennt man Mobbing? 
• Wie wehrt man sich? 
• Was hält Mobbingopfer davon ab, sich zu wehren, resp. Hilfe zu holen? 
• Was hält Zuschauer davon ab, sich gegen das Mobbing zu stellen? 
• Was bringt Täter/Täterinnen dazu, Mobbing auszuüben, resp. was hält sie davon ab, das Mobbing zu beenden? 

Zielgruppe Eltern mit Kindern ab Primarstufe 

Datum / Zeit Donnerstag, den 30. Januar 2020 

19:00 Uhr bis ca. 20:30 Uhr 

Kursort Schulhaus Blumenfeld, Mehrzweckraum 

Referent Christian Bochsler, Coach und Kontaktlehrperson für Gewaltprävention 

Nach der Veranstaltung haben Sie noch die Möglichkeit, sich mit Herrn Bochsler und anderen Eltern auszutauschen. 

Wir freuen uns auf viele interessierte Eltern.

Adventssingen 2019

Adventssingen und Weihnachtsmarkt

Am Freitag, den 20. Dezember 2019 fand als Abschluss des Jahres der Weihnachtsmarkt mit dem traditionellen Adventssingen statt.

Am Morgen verkauften die 2. und 5. Klassen draussen selbst hergestellte kleine Geschenke und die Betreuungspersonen schenkten Punsch aus.

Im Anschluss folgte das traditionelle Adventssingen in der Turnhalle, an dem zahlreiche Eltern teilnahmen. Nach dem Adventssingen schenkten wir vom Elternrat auf dem Pausenhof eine wärmende Suppe aus, bevor dann die wohlverdienten Weihnachtsferien begannen.

Suppe Advent 2019

Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten. Wir freuen uns bereits auf den Anlass im 2020.

Danke

Danke

Wir sind glücklich. Wir sind stolz.
Und ja, wir sind auch verunsichert, aber wir packen das.
“ – aus der Sonderausgabe der Blumenfeldzeitung

So endet der sehr schön geschriebene Text auf der Frontseite der Sonderausgabe der Blumenfeldzeitung vom 09.12.2019.
Um 10.50 Uhr am 28.11.19 blieben die Uhren im Schulhaus Blumenfeld aufgrund des Brandalarms stehen. Ganz im Gegenteil dazu stand niemand vom Team, den Lehrpersonen, den Betreuungspersonen und den vielen Behörden still. Ab der Minute der super Evakuation wurde organisiert, geplant und Optimismus verbreitet.

Für uns Eltern ein beruhigendes Gefühl, für die Kinder Sicherheit und für alle Beteiligten eine Monster-Aufgabe. Ein erahnter Ablauf, der auf Papier so viel einfacher zu formulieren ist, als ihn wirklich zu durchlaufen.
Ein MEGA-grosses Danke an alle Beteiligten. Niemand ist körperlich zu Schaden gekommen. Dafür sind wir sehr dankbar.

Im Namen des Elternrats
Simone Carré